Die energetische Modernisierung von Bestandsimmobilien spielt eine zentrale Rolle bei der Reduzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Insbesondere ältere Heizsysteme und unzureichend gedämmte Gebäudehüllen können zu einem hohen Energiebedarf führen. Mit dem novellierten Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie den aktuellen Förderprogrammen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bestehen verschiedene Möglichkeiten, energetische Maßnahmen finanziell unterstützen zu lassen. Welche Maßnahmen den Energieverbrauch reduzieren können und welche Förderungen zur Verfügung stehen, zeigt dieser Überblick.
Gebäudehülle dämmen
Ein wesentlicher Bestandteil vieler Sanierungsvorhaben betrifft die Gebäudehülle. Sie beeinflusst maßgeblich, wie viel Wärme im Gebäude verbleibt oder verloren geht. Durch die Dämmung des Daches kann der Heizenergiebedarf eines Gebäudes je nach Ausgangszustand deutlich reduziert werden. Moderne Dämmstoffe erreichen sehr gute Wärmeschutzwerte und können dazu beitragen, die Anforderungen des GEG zu erfüllen. Darüber hinaus kann eine hochwertige Dachdämmung den sommerlichen Wärmeschutz verbessern und den Wohnkomfort erhöhen.
Tipp:
Dämmung ist nicht gleich Dämmung. Auch bei älteren Immobilien muss nicht immer das gesamte Dach erneuert werden. Eine Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung kann bereits eine wirksame Verbesserung des Wärmeschutzes bewirken.
Fassade energetisch verbessern
Auch die Fassadendämmung zählt zu den häufig umgesetzten Maßnahmen einer energetischen Sanierung. Besonders bei Gebäuden aus den 1950er- bis 1980er-Jahren können Außenwände energetische Schwachstellen darstellen. Durch Wärmedämmverbundsysteme oder hinterlüftete Fassaden lassen sich Wärmeverluste reduzieren. Gleichzeitig kann die Maßnahme dazu beitragen, die Bausubstanz vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zu schützen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder architektonisch sensiblen Fassaden können Innendämmungen eine Alternative sein.
Moderne Fenster einsetzen
Einfach verglaste oder ältere zweifach verglaste Fenster können zu höheren Wärmeverlusten führen. Moderne Dreifachverglasungen mit wärmegedämmten Rahmen verbessern den Wärmeschutz und können zusätzlich den Schallschutz erhöhen. Beim Fenstertausch sollte jedoch ein passendes Lüftungskonzept berücksichtigt werden, um Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen.
Wichtig:
Statt dauerhaft gekippter Fenster empfiehlt sich regelmäßiges Stoßlüften. So kann die Raumluft ausgetauscht werden, ohne die Fenster über längere Zeit offen zu halten.
Moderne Heizsysteme nutzen
Auch die Heizungs- und Anlagentechnik hat einen erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch eines Gebäudes. Das Gebäudeenergiegesetz sieht vor, dass neu eingebaute Heizungen bestimmte Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien erfüllen müssen. Viele ältere Heizungsanlagen arbeiten weniger effizient als moderne Systeme. Ein Austausch kann deshalb dazu beitragen, den Energiebedarf zu senken.
Diese Heiztechniken kommen häufig zum Einsatz:
- Wärmpepumpe: Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Besonders effizient arbeiten sie häufig in Gebäuden mit guter energetischer Qualität oder niedrigen Vorlauftemperaturen. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann ein Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt werden.
- Holzpelletheizung: Pelletheizungen verwenden Holzpellets als Brennstoff und eignen sich insbesondere für Gebäude mit höherem Wärmebedarf. Für den Betrieb sind ausreichend Lagerkapazitäten erforderlich. Wartungs- und Betriebskosten sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
- Solarthermieanlagen: Solarthermieanlagen nutzen Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung. Je nach Gebäude und Nutzungsverhalten können sie den Energiebedarf anderer Wärmeerzeuger reduzieren. Häufig werden sie mit Wärmepumpen oder Pelletheizungen kombiniert.
Wärme effizient verteilen
Viele ältere Heizungsanlagen arbeiten weniger effizient, weil kein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde oder veraltete Umwälzpumpen im Einsatz sind. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass Heizkörper bedarfsgerecht mit Wärme versorgt werden. Moderne Hocheffizienzpumpen können zusätzlich den Stromverbrauch der Heizungsanlage senken.
Tipp:
Kontrollierte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden insbesondere in gut gedämmten Gebäuden eingesetzt. Sie ermöglichen einen kontinuierlichen Luftaustausch und können einen Teil der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen.
Photovoltaik als sinnvolle Ergänzung
Photovoltaikanlagen können eine energetische Sanierung sinnvoll ergänzen. Der erzeugte Strom lässt sich beispielsweise für Haushaltsgeräte, Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge nutzen. In Kombination mit Batteriespeichern kann der Eigenverbrauchsanteil erhöht werden. Dadurch kann der Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz reduziert werden.
Wichtig:
Bei der Planung energetischer Sanierungsmaßnahmen empfiehlt sich die Einbindung eines Energieberaters. Er analysiert den energetischen Zustand des Gebäudes, erstellt auf Wunsch einen individuellen Sanierungsfahrplan und unterstützt bei der Prüfung möglicher Förderprogramme. Für einige Förderprogramme ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten erforderlich.
Was kostet eine energetische Sanierung?
Die Kosten einer energetischen Sanierung hängen von Gebäudegröße, Zustand und Umfang der Maßnahmen ab. Dachdämmungen, Fassadendämmungen, Fenstertausch, Heizungsmodernisierung oder Photovoltaikanlagen verursachen unterschiedliche Investitionskosten. Welche Maßnahme wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte immer individuell geprüft werden.
Wichtig:
Staatliche Förderprogramme können die Investitionskosten je nach Maßnahme reduzieren. Ob und in welcher Höhe Förderungen gewährt werden, hängt von den jeweils gültigen Förderbedingungen sowie den individuellen Voraussetzungen ab. Eine frühzeitige Prüfung der Fördermöglichkeiten kann sich daher lohnen.
Fazit
Eine energetische Sanierung kann dazu beitragen, die Energieeffizienz einer Immobilie zu verbessern und den Energiebedarf zu reduzieren. Welche Einsparungen tatsächlich erzielt werden, hängt vom Gebäudezustand, dem Nutzerverhalten und den umgesetzten Maßnahmen ab. Staatliche Förderprogramme können Eigentümer bei der Umsetzung unterstützen.